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Lesenswert: Die Legende vom idealen Lebenslauf

„Wir erhalten bei unserer Geburt leider keine Gebrauchsanleitung dafür, sinnvoll mit unserem Leben umzugehen.“ schreibt Andreas Salcher in seinem Beitrag im Format. Er ergänzt: „Wir können diese Fertigkeit aber lernen. Wenn wir erkennen, wie oft es die Umwege, die Niederlagen, die Wege, vor denen wir die größte Angst hatten, waren, die zu unseren größten Erfolgen geführt haben. Das Streben nach Erfolg ist nichts Schlechtes, solange es unsere eigene Vorstellung von Erfolg ist.“

In seinem Beitrag beschreibt Salcher sehr schön die Diskrepanz zwischen dem idealen, vermeintlich perfekten Lebenslauf und einem erfüllten Leben. Er geht auf die Schwierigkeit ein zu erkennen ob man etwas tut weil man es wirklich will oder ob man es tut weil es in der Gesellschaft als gut und erstrebenswert angesehen wird. Ein Artikel über die Hürden der richtigen Berufswahl, den ich sehr empfehlen kann. Als Anbieter für Berufswahl Coaching in Wien begegnet mir dieses Thema in meiner Arbeit fast täglich.

Der perfekte Lebenslauf und das echte Leben

Ich arbeite in Wien mit Menschen, die auf dem Papier oft alles richtig gemacht haben. Gute Ausbildung, passende Stationen, keine größeren Lücken. Und trotzdem sitzen sie mir gegenüber und sagen: „Irgendwie fühlt sich das alles nicht nach mir an.“ Das ist kein Randphänomen. Es ist eine der häufigsten Erfahrungen, die Menschen in einem Business Coaching Wien mitbringen.

Was Salcher so treffend beschreibt, erlebe ich in meiner Arbeit im Bereich Berufswahl Coaching Wien immer wieder: Der Lebenslauf erzählt eine Geschichte. Aber nicht unbedingt die eigene. Oft ist es die Geschichte, die Eltern, Lehrer oder ein diffuses gesellschaftliches Bild von Erfolg geschrieben haben. Und je länger man diese Geschichte fortschreibt, desto schwieriger wird es, den Faden zur eigenen Stimme zurückzufinden.

Was Umwege wirklich bedeuten

In unserer Kultur haben Umwege einen schlechten Ruf. Ein Studienabbruch, ein Jobwechsel in eine völlig andere Branche, eine Phase der Orientierungslosigkeit – all das wirkt im klassischen Bewerbungsgespräch wie etwas, das man erklären oder rechtfertigen muss. Dabei sind genau das oft die Momente, in denen Menschen am meisten über sich lernen.

Ich habe selbst erlebt, dass die Situationen, in denen ich nicht weiterwusste, im Rückblick die aufschlussreichsten waren. Nicht weil Scheitern per se wertvoll ist, sondern weil es einen zwingt, innezuhalten und wirklich zu fragen: Was will ich eigentlich? Und warum? Diese Fragen stellt man sich selten, solange alles reibungslos funktioniert.

Niederlagen und Kurswechsel sind keine Makel im Lebenslauf. Sie sind Hinweise. Und manchmal sind sie der deutlichste Hinweis, den man bekommt.

Gesellschaftlich erwünscht oder persönlich stimmig?

Das ist eine Unterscheidung, die einfach klingt und im Alltag enorm schwer zu treffen ist. Wir sind soziale Wesen. Anerkennung, Zugehörigkeit, das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun – das hängt für viele Menschen eng damit zusammen, was andere von ihnen denken. Das ist keine Schwäche, das ist menschlich.

Trotzdem lohnt es sich, die Frage ehrlich zu stellen: Mache ich das, weil es sich für mich richtig anfühlt – oder weil es von außen gut aussieht? Manchmal ist die Antwort unbequem. Manchmal stellt man fest, dass man jahrelang einen Weg gegangen ist, der nie wirklich der eigene war. Das kann schmerzhaft sein. Und es kann gleichzeitig der Beginn von etwas sein, das sich zum ersten Mal wirklich stimmig anfühlt.

Was Coaching in diesem Prozess leisten kann

Wenn Menschen zu mir ins Berufswahl Coaching Wien kommen, erwarten viele zunächst eine Art Wegweiser. Jemanden, der sagt: „Du passt zu diesem Beruf, geh dorthin.“ Das ist nicht mein Ansatz – und wäre auch nicht ehrlich.

Was ich stattdessen tue: Ich helfe dabei, die eigenen Muster sichtbarer zu machen. Welche Entscheidungen haben sich im Nachhinein richtig angefühlt? Wo war das Gefühl, „das muss ich jetzt tun“, eigentlich ein Echo von außen? Was sind die Werte, nach denen jemand wirklich leben möchte – nicht die, die man im Vorstellungsgespräch aufzählt?

Das braucht Zeit. Und es braucht einen Raum, in dem man diese Fragen stellen darf, ohne sofort eine verwertbare Antwort liefern zu müssen. Genau das versuche ich in meiner Arbeit zu bieten.

Salchers Gedanke, dass wir lernen können, sinnvoll mit unserem Leben umzugehen, wenn wir unsere Umwege ernst nehmen, trifft für mich den Kern. Es geht nicht darum, den perfekten Lebenslauf zu gestalten. Es geht darum, ein Leben zu führen, das sich nach dem eigenen anfühlt.

Häufige Fragen

Was ist die zentrale Botschaft von Andreas Salchers Beitrag?

Salcher beschreibt die Diskrepanz zwischen einem makellosen Lebenslauf und einem wirklich erfüllten Leben. Seine zentrale Botschaft: Umwege und Niederlagen sind oft gerade die Erfahrungen, die zu den größten Erfolgen führen – wenn man bereit ist, aus ihnen zu lernen.

Warum werden Umwege im Lebenslauf oft negativ bewertet?

In der klassischen Bewerbungslogik gelten Studienabbrüche, Branchenwechsel oder Orientierungsphasen als Makel, die man rechtfertigen muss. Dabei sind es oft genau diese Phasen, in denen Menschen am meisten über sich selbst und ihre echten Werte lernen.

Wie hilft Berufswahl Coaching dabei, die eigene Stimme wiederzufinden?

Im Coaching geht es nicht darum, einen fertigen Wegweiser vorzugeben, sondern eigene Muster sichtbar zu machen: Welche Entscheidungen fühlten sich im Nachhinein richtig an, und wo war ein Impuls eigentlich nur ein Echo äußerer Erwartungen?

Was ist der Unterschied zwischen gesellschaftlich erwünschtem und persönlich stimmigem Erfolg?

Gesellschaftlich erwünschter Erfolg orientiert sich daran, was von außen gut aussieht und Anerkennung bringt. Persönlich stimmiger Erfolg entsteht, wenn eine Entscheidung sich unabhängig von der Meinung anderer richtig anfühlt – diese Unterscheidung ehrlich zu treffen ist oft der erste Schritt im Coaching-Prozess.