Thema: Glückliche Partnerschaft – verliebt sein ist nicht gleich lieben

Verliebt sein und lieben sind unterschiedliche Dinge. Verliebt sein führt vor allem nicht automatisch zu Liebe. Der wohl größte Unterschied besteht darin dass verliebt sein etwas ist was uns passiert. Liebe hingegen ist ein Werk, etwas was sich im Laufe der Zeit durch unser Mitwirken entwickelt.

Ist man verliebt erlebt man den anderen nur positiv. Es ist ein euphorisches Erleben, fast einem Rausch ähnlich. Unsere Gedanken kreisen nur noch um den Anderen und unser Verhalten wird von Außen nicht mehr als normal wahrgenommen.

Der Zustand der Verliebtheit suggeriert uns oft die Illusion, dass der Partner perfekt zu uns passt. Wir sehen nur die Übereinstimmungen, nicht aber die Unterschiede.

Natürlich lässt der euphorische Effekt nach einiger Zeit nach und man kommt in eine Phase des Erwachens in der der Partner mit anderen Augen gesehen wird. Der Partner entspricht nicht mehr dem konstruierten Wunschbild und Enttäuschungen können auftreten. Spätestens jetzt lohnt es sich an der Beziehung zu arbeiten, will man diese entwickeln.

Was Liebe aktiv bedeutet – Verliebt sein versus Lieben

Das Thema Verliebt sein versus Lieben ist kein philosophisches Gedankenspiel. Es hat ganz konkrete Auswirkungen darauf, wie Paare miteinander umgehen – und ob eine Beziehung langfristig trägt. Liebe ist keine Emotion, die einfach da ist oder nicht. Sie ist eine Entscheidung, die täglich neu getroffen wird.

Was bedeutet das konkret? Liebe zeigt sich nicht in großen Gesten, sondern im Kleinen. Sie zeigt sich darin, wie man miteinander spricht, wenn man müde ist. Wie man reagiert, wenn der andere einen enttäuscht. Ob man bereit ist, die Perspektive des anderen wirklich einzunehmen – auch dann, wenn sie unbequem ist.

Aktiv lieben heißt unter anderem:

  • Präsenz zeigen – wirklich zuhören, nicht nur warten bis man selbst reden kann
  • Konflikte aushalten – Spannungen nicht vermeiden, sondern als Teil der Beziehung begreifen
  • Verantwortung übernehmen – für das eigene Verhalten, die eigenen Reaktionen, die eigenen Muster
  • Den anderen wachsen lassen – ohne Kontrolle, ohne Angst, ohne ständige Absicherung
  • Verletzlichkeit zulassen – das eigene Innenleben zeigen, ohne zu wissen wie es aufgenommen wird

Das klingt einfach. Es ist es nicht. Denn all das setzt voraus, dass man mit sich selbst in einem gewissen Kontakt ist. Wer die eigenen Bedürfnisse nicht kennt, kann sie auch nicht kommunizieren. Wer alte Verletzungen nicht verarbeitet hat, wird sie früher oder später in die Beziehung hineintragen.

Warum der Übergang oft scheitert

Die Phase nach der Verliebtheit ist der kritischste Moment in einer Beziehung. Neurobiologisch gesehen ist das gut dokumentiert: Die intensive Ausschüttung von Dopamin und Oxytocin flacht ab, das Gehirn kehrt in einen Normalzustand zurück. Was bleibt, ist der Mensch – mit allen Ecken, Kanten und Widersprüchen. Forschungsgesellschaften wie die AWMF befassen sich unter anderem mit den psychologischen und neurobiologischen Grundlagen solcher Übergangsphasen.

Viele Paare scheitern an diesem Übergang, weil sie ein grundlegendes Missverständnis mitbringen: Sie glauben, dass die Intensität der Verliebtheit der Maßstab für eine gute Beziehung ist. Wenn das Kribbeln nachlässt, interpretieren sie das als Zeichen, dass etwas nicht stimmt – oder schlimmer noch, dass sie den falschen Menschen gewählt haben.

Das führt zu einem bekannten Muster: Man sucht das nächste aufregende Gefühl, statt in die bestehende Beziehung zu investieren. Oder man bleibt zwar zusammen, aber innerlich zieht man sich zurück. Nähe wird vermieden, weil echte Nähe Verletzlichkeit bedeutet – und Verletzlichkeit beängstigend ist.

Hinzu kommen unausgesprochene Erwartungen. In der Verliebtheit wurden diese nie geprüft, weil alles durch die rosarote Brille gesehen wurde. Jetzt, im Alltag, prallen unterschiedliche Vorstellungen von Nähe, Freiheit, Familie, Geld oder Sexualität aufeinander. Wer nicht gelernt hat, darüber zu sprechen, wird schweigen – und Schweigen kostet langfristig mehr als jedes schwierige Gespräch.

Die Coaching-Perspektive: Verliebt sein versus Lieben bewusst gestalten

In meiner Arbeit als Life & Business Coach und Paartherapeut in Wien erlebe ich regelmäßig, dass Paare erst dann Unterstützung suchen, wenn es bereits brennt. Das ist verständlich, aber schade – denn vieles wäre leichter zu klären, wenn man früher hinschaut.

Was ich in der Begleitung von Paaren immer wieder beobachte: Der eigentliche Konflikt liegt selten dort, wo er vermutet wird. Wer sich über Haushaltsaufgaben streitet, streitet meistens über Anerkennung. Wer über zu wenig Sex klagt, spricht oft über mangelnde emotionale Verbindung. Die Oberfläche und der Kern sind zwei verschiedene Ebenen – und beide brauchen Aufmerksamkeit.

Coaching und Paartherapie sind dabei keine Reparaturwerkstätte für kaputte Beziehungen. Sie sind ein Raum, in dem Paare lernen, wieder miteinander zu sprechen – ehrlich, ohne Angriff, ohne Rückzug. Ein Raum, in dem jeder Einzelne auch auf sich selbst schaut: Welche

Wenn Sie mehr über die Arbeit an Ihrer Beziehung erfahren möchten: Paartherapie Wien oder Life Coaching Wien.